Wird in Oelingen in Zukunft CO² eingespart?

Wie wir bereits mitgeteilt haben, sehen wird die Aussage der HWL kritisch, sie würde mit ihrem Oelinger Hafenprojekt zur CO²-Reduzierung beitragen. Daher sehen wir es auch kritisch, dass das Projekt eine Förderung aus dem Programm zur "Stärkung CO²-armer Verkehrsträger" der Landesregierung bekommen soll.

Wir möchten unsere Argumentation noch einmal darlegen:

Am 26. September 2014 beantwortete das Niedersächsische Wirtschaftsministerium eine Anfrage des Osnabrücker Abgeordneten Burkhard Jasper (CDU), der nach dem Ausbau der Schleusen für den Osnabrücker Hafen gefragt hatte.

In der Antwort beschreibt das Ministerium, dass der Osnabrücker Hafen „aus technischen Gründen“ nicht den Ansprüchen zukünftiger Binnenschifffahrt angepasst werden könne, weil u.a. die Abladetiefe zu gering sei. Daher gebe es für den Osnabrücker Hafen keine „Entwicklungsperspektive“ mehr, die eine Investition in diesen Hafen rechtfertige. Investitionen in den Osnabrücker Hafen würden sich aber auch deshalb nicht lohnen, weil in Bohmte ein neuer Hafen geplant sei.

Außerdem würde im Osnabrücker Hafen sowieso bald nur noch ein einziger Kunde den Schiffsverkehr nutzen, der Schrotthandel, der die Georgsmarienhütte mit Recyclingmaterial versorgt. Und weiter:

Diese Umschlagsmengen lassen sich voraussichtlich innerhalb dieses Zeitraumes auch nach Bohmte verlagern, insbesondere weil der Recyclingschrott mit der Bahn vom Hafen Osnabrück zur Georgsmarienhütte transportiert werden muss. Dieser Bahntransport ist mit einer relativ geringen Streckenverlängerung auch von Bohmte möglich.“

 

Es besteht also durchaus die Absicht, den Schrotthandel vom Osnabrücker Hafen nach Bohmte zu verlegen. Die Planungen dazu sind im vollen Gange.

Es besteht aber keinerlei Absicht, eine Bahnlinie zu diesem Hafen zu bauen. Es gibt keine Planungen, keine Trassenentwürfe, keine finanziellen Überlegungen dazu. Im Gegenteil: In mehreren Äußerungen hat die HWL-GmbH betont, dass in näherer Zukunft KEIN Bahnanschluss geplant sei. Grund dafür sei u.a. die öffentliche Förderung des KV-Terminals zum Schiene-Straße-Umschlag im Osnabrücker Hafen, die eine Konkurrenzanlage in unmittelbarer Nähe nicht zulasse.

Weil also das KV-Terminal Schiene-Straße in Osnabrück mit öffentlichen Mitteln gefördert worden war, könne für das geplante KV-Terminal in Bohmte nicht ebenfalls ein Schienenanschluss gefördert werden. Beide Projekte würden sich ausschließen.

Die logische Konsequenz daraus: Der Schrott wird in Bohmte umgeschlagen und nicht mehr per Bahn, sondern per LKW nach Georgsmarienhütte gefahren. Was zu weniger Bahn-, zu verstärktem LKW-Verkehr und zu mehr CO²-Ausstoß führen wird.

 

Ein solches Projekt aus einem Programm zur Förderung der CO²-Reduktion im Verkehrswesen zu fördern, wäre mehr als nur eine Posse, es wäre eine eindeutige Fehlleistung und ein handfester Skandal.

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Kommentare: 2
  • #1

    Gerhard H (Sonntag, 29 Oktober 2017 16:45)

    Olaf Lies hat doch alles gesagt. Der Osnabrücker Hafen wird stillgelegt, stattdessen kommt der Bohmter Hafen. Die B51 wird vierstreifig ausgebaut und demnächst fahren 10 Gigaliner pro Stunde zwischen Bohmte, Osnabrück und GMHütte hin und her.
    Wenn das mal kein Erfolg für die Diesel- und LKW-Lobby ist!

  • #2

    EB (Montag, 20 November 2017)

    Wird Schrott denn in Containern transportiert?